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Tagebuch von Alexander
 ProvoWeb Forum : Tagebuch von Alexander
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alexander
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Beigetreten: 11 January 2010
Standort: Germany
Beiträge: 30
Postiert: 09 March 2010 um 9:06am | IP Logged Abstimmen alexander


 Hi Ihr!

Ich sitz grad in der Bibliothek und eine Angestellte beschwerte sich über immer noch andauernden Winter.

Was kann ich machen, dass von Euch mehr Reaktionen  auf mein Tagebuch kommen? Ich wollt ja keine Lehrsätze formulieren, sondern "diskutieren".

Habt Ihr eigentlich Angst vor dem Tod? Meine Überlegung: Die Eltern unterschreiben schon bei der Zeugung des Kindes sein Todesurteil. Ich möchte keine Eltern unter Euch verletzen! Aber mir kam der Gedanke der "Unverantwortlichkeit" der Zeugung. Der Mensch hat die ungeheure Macht Seelen zu erzeugen! Der Mensch, der entseht, hat keine Entscheidungsmöglichkeit. Er ist da und er muss schauen, dass er überlebt. Er leidet, er wird älter und er wird sterben. Vielleicht "vegitiert" er vorher noch im Altenstift. Der Mensch fürchtet den Tod. Alles wäre einfacher, wenn er nicht existieren würde, aber er tut alles, um den Tod hinauszuzögern und weiter zu leiden.
Das ist eine so schlimme Vorstellung! Wir sind "gefangen".

Hattet Ihr schon solche Überlegungen? Wie geht Ihr damit um?

  Alexander
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Snowflake
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Beigetreten: 04 December 2009
Standort: Germany
Beiträge: 7
Postiert: 09 March 2010 um 5:37pm | IP Logged Abstimmen Snowflake

Hey, Alexander.

Ich finde deine Gedanken sehr spannend und kann sie gut nachvollziehen. Natürlich kann man das Leben als eine große Belastung und Herausforderung betrachten. Wer geboren wird und lebt, der wird leiden, der wird verletzt werden und – er wird sterben.

Du hast Recht: Der Gedanke, dass Menschen diese riesige Macht haben, neues Leben zu erschaffen, ist irgendwie erschreckend. Aber ist es nicht auch wundervoll?

Das Leben ist schwierig und hart und es wird immer Stürze geben. Aber ist es nicht trotz allem ein Geschenk? Ich weiß, das sagt sich immer so einfach für jemanden, der hier in einer luxuriösen Welt lebt und nie das wirkliche Grauen gesehen hat, das auf dieser Erde besteht. Doch obwohl ich weiß, dass es das gibt, sehe ich jede Form von Leben als so wertvoll und schön an. Ich persönlich möchte zum Beispiel unbedingt einmal Kinder haben. Die Vorstellung, dass da aus meinem Fleisch und Blut ein neuer Mensch heranwächst finde ich einfach überwältigend. Ob ich damit unverantwortlich bin, wie du es nennst? – Natürlich entscheidet sich mein Kind nicht, geboren zu werden.

Auch du hast dich nicht entschieden, auf dieser Welt zu leben, aber kannst du dich nicht jederzeit dagegen entscheiden? Viele denken sich, dass es einfacher ist, nicht zu existieren. Und sie hören auf zu existieren...

Ich möchte den Selbstmord nicht gutheißen, aber ich verurteile ihn auch nicht. Meiner Meinung nach sollte jeder Mensch über sein eigenes Leben verfügen und es beenden dürfen, wenn er es möchte.

Nur, wie viele entscheiden sich wirklich dazu? Es sind nicht die meisten. Die meisten bleiben am Leben, sie halten daran fest und machen weiter. Ist das nicht ein Zeichen, dass unser Leben – ja – ein Geschenk ist?

 

Noch eine Frage zum Schluss: Wieso gehst du davon aus, dass der Mensch Angst vor dem Tod hat? Natürlich gibt es einen Überlebens-„Instinkt“ und niemand möchte einfach so gerne sterben. Aber wirkliche Furcht vor dem Tod, bzw. dem, was danach kommt, hatte ich noch nie in meinem Leben. Du etwa?



__________________
Two roads diverged in a wood and I,
I took the one less travelled by.
And that has made all the difference.
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doro
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Beigetreten: 25 October 2009
Beiträge: 19
Postiert: 09 March 2010 um 8:58pm | IP Logged Abstimmen doro

Ich finde eigentlich auch eher dass das leben ein geschenken ist, aber wir menschen können das doch eigentlich nicht wissen, da wir ja nicht wissen, wie es ist nicht geboren zu sein oder tot zu sein.

was selbstmord anbelangt finde ich das eigentlich unsinnig
das leben hat doch höhen und tiefen und wenn es einem schlecht geht geht es einem bestimmt auch mal wieder besser.
ich denke das gilt auch für menschen die es schwieriger haben als ich.

__________________
Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit - Elie Wiesel
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